Noch Fragen?
17. Juli 2026
Aber sicher doch, einige. Wie kommt es zum Beispiel, dass schlagartig und ohne für uns nachvollziehbaren Impuls von außen auf einmal alle der Ornithologie verfallen sind? Und mit „alle“ meinen wir uns, denn unabhängig voneinander hatten wir, also alle hier im Studio Anwesenden, die Merlin Bird App installiert. Die können wir an dieser Stelle sehr empfehlen. Laden Sie sich diese bitte sofort runter und danken Sie uns später. Wir gehen da jetzt nicht näher drauf ein, wir haben ja wie üblich keine Zeit und es ist eh alles selbsterklärend, nur so viel: Die Freude an Vögeln wird sich ins Unermessliche steigern.
Und wären wir 12, hätten wir hier eine naheliegende und sich geradezu aufdrängende Humorabzweigung mitgenommen, aber: wir sind ja eben keine 12 mehr. Schade eigentlich, aber zurück zu Amsel, Drossel, Fink und Zilpzalp, die wir unfairerweise nicht mehr recht wertschätzen, finden wir diese doch an jeder Ecke. Ziegenmelker, Rohrdommel oder Schwarzstorch sind die Helden unseres neu entdeckten Steckenpferds. Und so rennen wir durch die Gegend mit unserem Feldstecher Pro Max 17, gucken und lauschen. Um dann das Gelauschte zu bestimmen und in unser digitales Sammelalbum einzukleben, nur um morgen beim Koreaner der Winkekatze entgegen zu trällern: „Heckenbraunelle! Gestern gesehen“
Und während wir das hier schreiben, merken wir selber: vielleicht doch auch ein gutes Thema für unseren nächsten Termin beim Therapeuten. (Ja moin, Herr Dr. Greiling an dieser Stelle, kurze Frage vorab: Seggenrohrsänger – sagt Ihnen was?). Gut, egal, wir kriegen hier jetzt auch endlich mal die Kurve und kommen zurück zu Fragen, die wir noch hätten.
Woran denken Sie zum Beispiel, wenn Sie „Hairline“ hören? Wenn Ihnen jetzt sofort der männliche, turbanisierte Türkei-Kurzurlauber in den Sinn kommt, der sich den sogenannten Haaransatz dort wieder hat zurechtrücken lassen, geht es Ihnen so wie uns, ist aber nicht das, worauf wir hinauswollten. Hairline bezeichnet nämlich auch eine bestimmte Webart. Die nämlich, die Sie hier auf den Fotos begutachten können. Wurde in den 80ern viel von Ralph Lauren verarbeitet, hat so eine ganz eigene Charakteristik und ist, wie wir finden, ganz zu Unrecht in Vergessenheit geraten.
Deswegen haben wir gemeinsam mit Nathan Hellard dieses Tuch wieder auf den Webstuhl gebracht und aus bretonischem Leinen den Stoff für diese Jacke gewebt. (Stimmt nicht ganz, es kommt aus der Normandie, aber wir wussten nicht, wie man die gendert, ‚normannisch‘ etwa? ‚Normandisch‘?? Und Chatty wollten wir nicht fragen und ja, nur Boomer sagen Chatty, wir aber auch, deal with it, aber wie heißt es denn jetzt, wissen Sie nämlich auch nicht, ne? Wie so häufig eben auch: egal. Kurz also einfach den Leinen umgepflanzt, will doch eh jeder mal an die Atlantikküste) So oder so: Gibt’s nur bei uns. Und trägt sich ganz großartig, aber ist ja klar, was sollen wir hier schon anderes sagen. Das Wort „Tragekomfort“ werden Sie hier ganz sicher nicht lesen, so weit kommt’s noch. „Gaston“ also, unsere schöne neue Frühlingsommerherbstübergangsjacke, als Edition – ganz kleine Auflage, ganz großes Kino. Aber: muss man angehabt haben, um mitreden zu können. Wobei uns hier sofort Chapo102 ins Wort fällt:
„Ich lass nicht mit mir reden, Digga, bin ich etwa Anne Will?“
Erstens gute Frage und zweitens guter Bogen zurück zur Musik, den mochten wir an den vorangegangenen Newslettern sehr gerne. Sie auch, wie wir feststellen durften, und damit können wir hier dann auch beruhigt zum Ende kommen. Auch wenn noch viele Fragen offen sind. Diese zum Beispiel: welches seltene Brutpaar finden wir bei Ihnen vor der Haustür, wo wohnen Sie, aber auch: Warum sind Sie noch hier und Gaston noch nicht in Ihrem Warenkorb?
Und ja.. es gibt sie wirklich!